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Eine Super-Woche in Berlin!

Ein Jahr Training und die bange Frage: "Klappt auch alles? -oder passieren Fehler mit denen nun wirklich keiner gerechnet hat?" Bälle, Reifen und Co können ja soweit fliegen und vor allem rollen. Und die Nachricht, dass auf bis zu drei Flächen gleichzeitig geturnt werden würde, war auch nicht gerade Balsam auf die Seele so mancher Gymnastin und auch Trainerin. Nützte nichts, -nach einem nervenaufreibenden organisatorischen Aufwand im Vorfeld ( Lisa Catharina wächst in 3 Monaten noch mal schnell ca. 6 cm - alle Anzüge passen nicht mehr, Soffia fällt 6 Tage vor Abfahrt ein, dass ein neuer Anzug auch ganz schön wäre, Lisa Catharina haut sich im Kinderzimmer ihres kleinen Bruders den Zeh so schlimm an der Spielzeugeisenbahn an, dass 2 Wochen nur sehr eingeschränktes Training möglich war) ging es endlich los. Ach ja, nicht zu vergessen, dass auch noch ein fest eingeplanter PKW am Abreisetag seinen Geist aufgab. Dafür spielte das Wetter voll mit. Im kalten Norden stehen wir bereit zur Abfahrt, -bei sonnigen 20 Grad. Wunderbar! Aber denkste, kaum in Berlin eingetroffen (da ist es sowieso immer mindestens 5 Grad wärmer) macht sich irgendein nordisches Tief über uns her und ab dann war Dauerbibbern draußen wie drinnen in der nicht ganz zugfreien Max-Schmeling-Halle angesagt. Macht nichts, unsere Laune war trotzdem gut. Und nun ging's am Sonntag auch schon los:

Sonntag

Nach einem schmeichelhaft gesagt nicht ganz optimalen Training schwärmte die gesamte KTB-Klicke zu Rebecca, die unsere Wettkämpfe mit den B-Übungen einleitete. Und sie machte ihre Sache wirklich gut. In einem dieses Jahr sehr hochwertigen Teilnehmerfeld Platz 7. Eine tolle Leistung.

Montag

Der Tag der Tage für unsere JLK-Gruppe mit ihrer wunderschönen spanischen Ballübung. In der Aufwärmphase klappte alles, wirklich alles super. Die Würfe saßen, die Einstellung passte. Aber die Näääärven! Unsere Gruppe durfte den Wettkampf eröffnen (echt super!) und die Bälle rollten und rollten. Im zweiten Durchgang dann ein viel besserer Auftritt. Endlich konnten sie zeigen, was sie können. Nämlich eine tolle Choreographie mit ganz viel Ausdruck interpretieren. Leider reichte es wegen des ersten Durchganges doch nicht mehr für das Finale. Das muß man erst einmal wegstecken.

Aber beim Abendessen sah man schon wieder das erste Lächeln und am nächsten Tag war es so wie immer: Nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf. Und sich die Besten der Besten in der MK anzuschauen, brachte wieder richtig Schwung in unsere Truppe. Leider muckte jedoch Veras Knie ordentlich, -sie hatte sich ausgerechnet am Sonntag beim Training verletzt.

Mittwoch

Die erste Bewährungsprobe für unsere Einzelgymnastinnen in der FWK. Und ausgerechnet Vera, eine ausgesprochene "Morgendynamikerin" war zusammen mit Lisa König in der ersten Startgruppe um 9 Uhr dran. Und es kam, wie es kommen musste. Gleich in Veras erster Übung mit dem Ball, eigentlich ihre Beste ging alles schief. Gut geturnte Keulen-und Seilübungen konnten den Abstand zur Spitze nur noch in Grenzen halten. Platz 33, -Trotzden ein richtig gutes Ergebnis. Lisa König turnte so gut wie noch nie, -Platz 55 war ein großer persönlicher Erfolg.

Donnerstag

Der Horrortag, -6 Gymnastinnen in drei unterschiedlichen Startgruppen, manchmal zeitgleich auf unterschiedlichen Flächen. Aber Dank der großen Unterstützung unserer beiden "FWK-Mädels" organisatorisch geradezu ein Kinderspiel.
Den Anfang machte unsere Jüngste, Hannah. Nach einem nur mäßigen Auftritt beim Nordlichterpokal zwei Wochen vorher sicher noch etwas verunsichert. Aber schon die ganze Zeit vorher wirkte Hannah in Berlin so gelößt und nervenstark, dass sie diese Einstellung voll in den Wettkampf mitnehmen konnte. Ein furioser Beginn mit der 6. besten Seilübung in der SWK und zwei weitere sehr sauber und selbstbewußt geturnte Übungen mit den Keulen und OH -und Platz 15 im Mehrkampf. Das übertraf ihre und unsere Erwartungen deutlich. Klasse Hannah.

Nun zu Anjuli und Lisa Catharina: Für Lisi ging es nicht nur um eine gute Mehrkampfplatzierung sondern auch um die Finalteilnahmen. Aber im Sport gibt es halt Überraschungen. Und so verturnte Lisi ihre erste Übung mit den Keulen (Keulen fallen bei Lisi nie, außer halt beim Deutschland-Cup 2005), indem sie eine Keule bei der Taucherdrehung einfach mal so losließ. Damit waren sowohl das Keulenfinale als auch eine gute Mehrkampfplatzierung dahin. Gab es da noch etwas zu retten? Ja, denn durch die beiden folgenden Übungen kämpfte sie sich tapfer durch, praktisch fehlerfrei und so waren neben dem 10. Platz im Mehrkampf (nicht ganz das erwartete Ergebnis) die beiden Finalteilnahmen mit Reifen und Band gesichert.

Anjuli begann ihren Wettkampf mit einer sehr schönen, jedoch nicht ganz fehlerfreien Reifenübung. Die Keulenübung gelang dann wunderbar. Aber beim Band (klappt "eigentlich" immer) war mächtig der Wurm drin. Mehrere Geräteverluste und auch noch das Band ohne es zu merken aus der Fläche spiralt - die Wertung war leider dementsprechend. Mit Platz 67 war sie unter den 161 Teilnehmern jedoch immer noch weit vorne. Und das ist ein schönes Ergebnis.

Dann kamen Soffia, Katrin und Ann-Cathrin dran. Allen merkte man an, dass die große Nervosität nach den vielen Tagen und auch den vielen Stunden des schon laufenden Wettkampfes deutlich abgeflaut war. Und das tat gut.

Soffia trat auf, wie immer. Strotzend vor Selbstbewußtsein. Und bis auf einen einzigen Geräteverlußt bei den Keulen gelangen alle Übungen perfekt. 25. von 161. Super Soffia.

Aber auch unsere "Neue", Kathrin machte ihre Sache toll. So gut wie noch nie im Training oder Wettkampf turnte sie komplett fehlerfrei und auch mit viel Ausdruckstärke. Beim ersten Deutschland-Cup gleich 46. Weiter so Kathrin.

Ann-Cathrin turnte -wie immer- voll auf Angriff. Nach dem Motto "was kostet die Welt" überzeugte sie die Kampfrichterinnen mit ihrer enormen Präsenz. Da störte es auch nicht weiter, dass immer mal wieder Geräte fielen oder Raumwege und Übungsabläufe vollkommen neu erfunden wurden. Gute Wertungen und Platz 49. Das war cool.

Freitag

Beim Finale geht es um nichts und um alles. Das war auch Lisi klar. Und so war volle Konzentration angesagt. Und , um es voraus zu sagen: Besser geht nicht! Eine perfekte Reifenübung zu Beginn und Platz 4, -ein Einstieg nach Maß. Und dann kam das Bandfinale. Das Lisi Band turnen kann, das wußten wir. Aber die wirklich perfekteste und schönste Bandübung ihrer Saison im Finale zu turnen, war schon wirklich für uns alle KTB'ler ein Erlebnis, das so Manchen ein oder ein paar mehr Tränchen (Namen werden nicht genannt!) in die Augen trieb. Platz 3 und endlich auf dem Treppchen. Lisi, das hast du gut gemacht!

Und ein Wort zum Schluß:

Neben allen sportlichen Erfolgen und kleineren Enttäuschungen hat uns Trainerinnen Katja, Asdis und Kerstin eines wirklich beeindruckt: Wir konnten mit 10 Mädchen (alle kleine oder größere "Persönchen") eine wunderbare und harmonische Woche in Berlin erleben.

Mädels, das hat uns super viel Spaß gemacht.

 

Internationales Deutsches Turnfest Berlin 2005